Moritz beim Endlauf (Nr. 152)
Moritz beim Endlauf (Nr. 152)
Moritz bei der Siegerehrung
Moritz bei der Siegerehrung
Carsten und Franek beim Lauf
Carsten und Franek beim Lauf
Carsten und Franek bei der Ehrenrunde
Carsten und Franek bei der Ehrenrunde
Meike bei der Siegerehrung
Norbert ĂŒber dem nassen Hindernis
Maren bei Ihrem verregneten 200m-Lauf
Meike bei der Siegerehrung
Maren bei Ihrem verregneten 200m-Lauf

21./22.7.2007: Deutsche Meisterschaften in Erfurt

Traumergebnis fĂŒr die LG NORD Berlin im Steigerwaldstadion

 

Trotz mehrer WolkenbrĂŒche, die im Erfurter Steigerwaldstadion an beiden Meisterschaftstagen niederprasselten, ließen sich die LG NORD Athlet das Strahlen in den Gesichtern nicht vertreiben. Und zum Strahlen gab es wahrlich allen Grund. Mit 9 Endkampfteilnehmern, darunter zwei Deutschen Meistertiteln und zwei Silbermedaillen wurde das beste DM-Ergebnis der Vereinsgeschichte eingefahren.

Mit 45 LĂ€nderkampfpunkten war die LG NORD an diesem Wochenende auch ganz klar der erfolgreichste Berliner Leichtathletik-Verein in ThĂŒringen mit deutlichem Vorsprung vor dem SCC und der LG Nike Berlin (jeweils 25 LĂ€nderkampfpunkte).

Der Großteil der LĂ€ufer von Prof. Wolff zeigte sich auf den Punkt in einer Topverfassung und ließ der nationalen Konkurrenz keine Chance. Den Anfang machte Norbert Löwa ĂŒber 3000m Hindernis am Samstagabend mit einer Silbermedaille in 8:45,95min. Nach den vielen Verletzungssorgen in dieser Saison mit Achillessehnenschmerzen war das der gerechte Lohn fĂŒr endlose AlternativlĂ€ufe auf dem Rasenviereck. Als Norbert feiern durfte hatte Meike Kröger mit einem vierten Platz im Hochsprung bereits ordentlich vorgelegt. Im zweiten Versuch ĂŒberquerte sie nach ĂŒberstandener ErkĂ€ltung zum wiederholten Male in dieser Saison die 1,80m. Ohne den einen Fehlversuch wĂ€re sogar Bronze möglich gewesen, bei 1,84m fing es dann pĂŒnktlich, wie so oft in dieser Saison, leider wieder zu regnen an.

Am zweiten Tag ging es dann Schlag auf Schlag. Nils Hermann eröffnete mit einem achten Platz im Dreisprung trotz eher bescheidener Weite von 14,59m. Marius Hanniske legte im Hochsprung als sechster mit 2,14m nach. Er benötigte leider 3 Versuche fĂŒr die 2,14 und verpasste so eine bessere Platzierungschance. Danach waren die LĂ€ufer wieder an der Reihe. Gleich im Kombipack sicherten sich Carsten Schlangen und Franek Haschke Titel und Vizetitel ĂŒber die 1500m der MĂ€nner. Beide wechselten sich in der Tempoarbeit rundenweise ab und zogen der Konkurrenz dadurch schon frĂŒh den Zahn. Vor allem fĂŒr Carsten, der damit seinen Titel aus dem Vorjahr verteidigen konnte, war es nach der erkĂ€ltungsbedingten Schmach vom Europacup natĂŒrlich auch eine BestĂ€tigung seines Könnensstandes.

WĂ€hrend die Mittelstreckler ihre 3 Ÿ Runden drehten, drehte sich auch Jessica Kolotzei bereits im Diskusring. Inspiriert von den Erfolgen der anderen und mit dem Erfolg des siebten Platzes bei der U23 EM eine Woche zuvor in Debrecen warf sie im letzten Versuch die Scheibe auf 53,65m und platzierte sich damit als siebte zum ersten Mal in einem Frauenfeld einer DM unter den erste Acht.

Dann folgte das Highlight der Meisterschaft. Moritz Höft folgte dem Abonnementsmeister ĂŒber die 800m Rene Herms auf Schritt und Tritt. Knapp zweihundert Meter vor Schluss setzte er dann langsam zum Schlussspurt an und sprengte das Feld. Moritz hingegen war nicht abzuschĂŒtteln. Bereits im Vorlauf hatten sich die beiden am Vortag ein kleines ScharmĂŒtzel auf den letzten Metern geliefert, bei dem Moritz seine SpurtfĂ€higkeiten bereits einmal hatte anwenden können. Und auch diesmal zog unter dem tosenden Beilfall auf der HaupttribĂŒne auf den letzten 30m an Rene Herms vorbei und machte damit die 800m-Überraschung dieser Meisterschaft perfekt. Ex-Olympiasieger von 2000 Nils Schumann wurde ĂŒbrigens in diesem Rennen abgeschlagen 8ter und letzter.

Als letzte Nordlerin durfte dann traditionell einmal mehr Maren Schulze Punkte fĂŒr die LG NORD im Sprint ĂŒber die 200m-Distanz sammeln. Durch ein Stolperer kurz nach dem Start wĂ€re sie um ein Haar gar nicht in den Endlauf gekommen und so qualifizierte sie sich nur ganz knapp als achte. Das LosglĂŒck teilte ihr dann die gĂŒnstige Bahn sieben zu. Kurz vor dem Start verdunkelte sich der Himmel unglaublich und mit dem Startschuss wurde das Rennen in einer krĂ€ftigen Platzregen hinein gestartet, der die Bahn binnen Sekunden in einer Wasserpiste verwandelte. Maren hielt Kurs und erkĂ€mpfte sich unter diesen Bedingungen mit Saisonbestzeit von 23,91s einen tollen fĂŒnften Platz.

Einen kleinen Wehrmutstropfen gab es natĂŒrlich auch bei soviel Erfolgen dennoch, denn es hĂ€tte noch besser kommen können. Falko Zauber und Jonas Stifel waren durch taktische Sperenzchen im ersten 1500m-Vorlauf leider hĂ€ngen geblieben und auch Alexander Hudak schaffte den Einzug als noch in der Jugend startberechtigter Athlet dieses Mal trotz sehr guter Zeit von 1:50,7min also neunter dieses Mal leider noch nicht.

 

Disziplin 1. Tag

Name

Leistung

Platz

100m Fr

Maren Schulze (82)

11,89s (+1,8)

VL

Hochsprung Fr

Meike Kröger (86)

1,80m

4.

1500m Vorlauf MĂ€

Carsten Schlangen (80)

3:48,90s

Q

 

Franek Haschke (80)

3:47,37s

Q

 

Jonas Stifel (80)

3:49,75s

VL

 

Falko Zauber (87)

3:50,71s

VL

800m MĂ€

Moritz Höft (80)

1:49,41s

Q

 

Alexander Hudak (88)

1:50,77s

VL

3000m Hindernis MĂ€

Norbert Löwa (84)

8:45,95min

Silber

Disziplin 2. Tag

Name

Leistung

Platz

200m Fr

Maren Schulze (82)

23,91s (24,04VL)

5.

Diskuswurf Fr

Jessica Kolotzei (85)

53,65m

7.

1500m Endlauf MĂ€

Carsten Schlangen (80)

3:41,59min

Gold

 

Franek Haschke (80)

3:43,32min

Silber

Hochsprung MĂ€

Marius Hanniske

2,14m

6.

800m MĂ€

Moritz Höft (80)

1:48,30s

Gold

Dreisprung MĂ€

Nils Hermann (86)

14,59m

8.

 

gez. Jan Keil

 

Hier ein Link zu Morgenpost mit einem Bericht ĂŒber die tollen Erfurter Ergebnisse:

http://www.morgenpost.de

 

Hier die Flashinterviews von Carsten und Moritz auf leichtathletik.de

 

Carsten Schlangen

1500m Sieger, 3:41,59 min

"Franek und ich haben uns vor dem Rennen abgesprochen, dass wir das Tempo etwas höher gestalten, denn sonst ist es oft problematisch, am Ende in die richtige Position zu kommen. Franek hat zu Beginn fĂŒr das Tempo gesorgt und ich habe dann ĂŒbernommen. Absprachen, wer gewinnt, gab es aber nicht. Dieses Jahr hĂ€tte ich vielleicht die HĂ€rte fĂŒr die WM-Norm gehabt, aber ich wollte in den Rennen vielleicht oft zu viel. NĂ€chstes Jahr will ich zu den Olympischen Spielen."

 

 

Moritz Höft

800m Sieger, 1:48,30 min

"1999 hatte ich in Erfurt meine erste Jugendmeisterschaft. Da habe ich zwar nicht gewonnen, aber ich habe auf jeden Fall gute Erinnerungen daran. Von den Vorleistungen war ein Medaille mein klares Ziel. In der Halle war ich schon dritter, da hatte ich allerdings meinen Spurt zu spĂ€t angezogen. Diesmal bin ich dran geblieben und es hat gereicht. Mit dem Sieg habe ich nicht gerechnet, aber ich freue mich natĂŒrlich wahnsinnig darĂŒber. Meine Saison war schon ganz gut bisher, aber ich habe gewusst, dass das noch nicht alles war.

 

 

 

 

Interview auf leichtatletik.de mit Moritz Höft:

 

"Wollte einmal Meister werden"

 

Sechs Jahre lang war RenĂ© Herms (LG Braunschweig) auf den deutschen 800-Meter-Titel abonniert. Der Wahl-Berliner Moritz Höft konnte ihm nun bei den Meisterschaften in Erfurt dieses Abonnement kĂŒndigen. Christian Fuchs hat im Steigerwaldstadion mit dem Medizinstudenten, der seine Wurzeln in Bremen hat, gesprochen.

 

leichtathletik.de:

Moritz Höft, wie ĂŒberraschend kam dieser deutsche Meistertitel ĂŒber 800 Meter fĂŒr Sie?

 

Moritz Höft:

Der Sieg kam doch ĂŒberraschend, ein wenig mit dem Gedanken gespielt hatte ich allerdings schon. Bereits am Samstag war mein Antritt im Vorlauf auf den letzten 200 Metern gut. Ich wusste, dass ich fit bin und die anderen, auch RenĂ© Herms, vielleicht nicht so gut drauf sind. Es war ein offenes Rennen und es war alles drin. Aber richtig gerechnet hatte ich mit dem Titel nicht. Jetzt Erster zu sein und es bei den Deutschen Meisterschaften geschafft zu haben, ist fĂŒr mich toll.

 

leichtathletik.de:

Schildern Sie doch den Rennverlauf einmal aus Ihrer Sicht


 

Moritz Höft:

Es war ein wunderbares Rennen. Ich wollte mich zunĂ€chst in der Mitte einsortieren und war an sechster Position. Wir sind dann aber alle schön zusammengelaufen, es gab keinen großen Unterschied zwischen dem Ersten und dem Letzten. Als der Spurt schon etwas frĂŒher angezogen wurde, bin ich mitgelaufen. Am Ende war es optimal fĂŒr mich. Sonst hĂ€tte ich auch nicht gewonnen. In der Halle war ich auch schon Dritter, dort hatte ich damals den Endspurt zu spĂ€t gemacht und RenĂ© Herms war weg. Diesmal bin ich dran geblieben.

 

leichtathletik.de:

René Herms kam als Abonnementsmeister nach Erfurt. Sie sind derjenige, der ihm nun den Titel entrissen hat


 

Moritz Höft:

Es muss ja auch mal wieder etwas Spannung reinkommen in die 800-Meter-LÀufe. Ich hÀtte es jedem anderen gegönnt, aber ich freue mich jetzt, dass ich es war. Ich denke, René wird sich Àrgern und im nÀchsten Jahr umso stÀrker wiederkommen. Er ist ja noch jung.

 

leichtathletik.de:

Wie sehen Sie die 800-Meter-Szene in Deutschland im Moment und Ihre Rolle darin?

 

Moritz Höft:

Die Spitze ist relativ kompakt, aber national in den ersten Zehn mit Zeiten von 1:46,6 und 1:48,1 Minuten auch relativ schnell. Allerdings ist jetzt gerade keiner da, der 1:45 gelaufen ist. Mit Robin Schembera könnte es aber in den nÀchsten Jahren auch noch spannend werden. Er ist jetzt schon schnell. Deshalb glaube ich, dass bald wieder zwei, drei Leute in Richtung der harten Normen rennen können.

 

leichtathletik.de:

Das bedeutet, Sie sind ĂŒberzeugt, dass es aus der aktuellen Situation heraus wieder vorangehen wird?

 

Moritz Höft:

Ja, es gibt auf jeden Fall Ansporn. Auch ich habe jetzt gesehen, dass ich mitrennen kann. Ich bin zwar schon ein paar Jahre dabei, war aber noch nie ganz vorne.

 

leichtathletik.de:

Woran hat das denn gelegen?

 

Moritz Höft:

Naja, ich war öfters mal verletzt und auch verletzungsanfÀllig. Soviel wie dieses Jahr bin ich noch nie in meinem Leben gerannt.

 

leichtathletik.de:

Wie trainieren Sie denn bei der LG Nord Berlin unter Prof. Roland Wolff?

 

Moritz Höft:

Ich trainiere anstĂ€ndig und individuell. Prof. Wolff plant als Trainer das ganze Jahr. Es sagt, was gemacht wird und auch was anders als im letzten Jahr gemacht wird. Es gibt fĂŒr uns aber keine TrainingsplĂ€ne. Im Normalfall treffen wir uns sechsmal in der Woche auf dem Platz. Dort wird erst gesagt, was gemacht wird. Man weiß also nur ungefĂ€hr, was ansteht. Es gibt nicht diese bösartigen Programme wie 20 mal 200 Meter, sondern drei, vier LĂ€ufe mit voll Stoff. Dann hat man nachher auch keine Angst mehr vor dem Tempo im Wettkampf. Das ist, glaube ich, schon ein großer Unterschied zu anderen Trainern.

 

leichtathletik.de:

Wie sieht denn Ihr Plan fĂŒr die nĂ€chsten Jahre aus?

 

Moritz Höft:

Ich hatte mir vorgenommen, dass ich einmal, bevor ich aufhöre, Deutscher Meister werde. Das habe ich jetzt geschafft. Eigentlich hatte ich mir ĂŒberlegt, nur noch nĂ€chstes Jahr, in dem ich noch richtig studiere, Sport zu machen. Da will ich alles versuchen, was möglich ist. Vielleicht mache ich aber jetzt noch ein Jahr lĂ€nger. Allerdings kommt dann ein praktisches Jahr, an dem ich aber auch schon 40 Stunden in der Woche im Krankenhaus arbeiten werde. Das mit dem Leistungssport zu verbinden, ist relativ anstrengend.

 

leichtathletik.de:

Aber gerade 2009 wĂŒrde fĂŒr Sie als Wahl-Berliner doch auch die WM in Berlin locken, oder?

 

Moritz Höft:

NatĂŒrlich! Aber das muss ich mir erst noch ĂŒberlegen. Es bedeutet ja auch, dass man eine Zeit von 1:45,40 Minuten rennen muss. Da sollte ich erst einmal in die NĂ€he kommen, bevor ich fĂŒr 2009 noch ein Jahr dranhĂ€nge. Irgendwann gibt es auch einmal ein Leben nach