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Vizemeister Alexander und Bronzemedaillengewinner Frank
Siegerteam Herren
Siegerteam Damen
 

Deutsche Meisterschaft der DUV im Ultratrail am 14.07.2018

Am 14. Juli wurde frühmorgens um 7:00 der 5. Maintal-Ultratrail über 64,5 km in Veitshöchheim, ein kleiner Vorort von Würzburg, gestartet.

Das LG Nord Berlin Ultrateam war mit 15 aktiven Teilnehmern und 4 Zuschauern in großer Stärke angereist. Das Team hat bei einer mittäglichen Hitze von 28 Grad einen sportlich ausgesprochen erfolgreichen Tag erleben und teilweise aufgrund der enormen Herausforderung auch erleiden dürfen. Nach Hoyerswerda die nächste Hitzeschlacht. Nun auf trailigen Pfaden und Verpflegungsstellen lediglich alle 10km. Dies hat u.a. eine Pflichtausrüstung inkl. 1 Liter mitzuführender Flüssigkeit zur Auflage gehabt.

Die Strecke hatte nicht nur 1.700 Höhenmeter aufzuweisen, sondern war vom Geläuf und einigen scharfen Rampen äußerst anspruchsvoll. Der Veranstalter verriet es mit dem Zusatz: Hier steht Trail drauf... hier ist Trail drin.

Von den 15 Nordlern mussten 3 vorzeitig die Segel streichen – was prozentual ziemlich genau den Schnitt der Gesamtquote darstellt. Für die recht selektive Strecke ein erstaunlich geringer Wert.

Bei einer nicht standardisierten Strecke können Zeiten schwer verglichen werden.

Der DLV Teammanager im Ultratrail Jens Lukas unternimmt dennoch einen Versuch.

Unter der Rubrik Ultratrail unter http://www.jenslukas.de berechnet er Punkte, die für eine Kader-Nominierung sowie eine Vergleichbarkeit auf internationaler Ebene herangezogen werden. Hier bin ich demnächst gespannt, wie einige Nordler Ergebnisse von ihm eingeordnet werden. Wobei ich mir sicher bin, dass teilweise ordentlich Punkte eingesammelt werden. Nachdem ich die Ergebnisse mit anderen Teilnehmern abgeglichen habe, wurde mein subjektiver Eindruck bestärkt:

Starke Leistung vom Team in Rot.

Unabhängig von der Einordnung der Ergebnisse nach der Stoppuhr durfte das LG Nord Team zahlreiche Medaillen mit nach Berlin nehmen und beindruckende 12 mal wurden das Team in Rot aus Siegerpodest gebeten

 

Gesamtmeisterschaft:

Deutsche Vizemeister:

·         Annette Müller (6:12:44 h) und

·         Alexander Dautel (4:54:55 h)

Bronzemedaille:

·         Frank Merrbach (4:58:54 h)

 

Altersklassenmedaillen:

Goldmedaille:

·         Annette Müller W30

·         Ullika Schulz (7:54:16 h) W55

·         Frank Merrbach M35

Silbermedaille

·         Amrei Münster (6:36:27 h) W30

·         Martina Prüfer (7:10:02 h) W45

·         Alexander Dautel M30

Bronzemedaille

·         Patricia Rolle (7:32:26 h) W45

Mannschaft

Goldmedaille

·         Müller – Münster – Prüfer (Frauen)

·         Dautel – Merrbach – Prüfer (Männer)

 

Weiterhin konnten die Meisterschaft erfolgreich absolvieren:

Gaston Prüfer (6:37:18 h), Ralf Giese (6:53:08 h), Michael Vanicek (6:56:45 h), Jan Prochaska (7:28:28 h) und Bernd Kalinowski (9:22:02 h)

Autor: Martin Rudolph

Bernd und Anke
Bernd und Stu
Evelyn und Fritz
Jan
Ralf und Micha
Pat und Jan
Amrei
 

Deutsche Meisterschaft im 6 Stundenlauf, Hoyerswerda am 09.06.2018

Die Deutsche Meisterschaft im 6 Stundenlauf in Hoyerswerda war quasi Heimspiel für unser Team, verglichen mit den Austragungsorten der anderen Meisterschaften in 2018. Dementsprechend hoch war auch das Interesse im LG NORD Berlin Ultrateam an diesem Lauf teilzunehmen. So trafen sich fast 30 Läuferinnen und Läufer sowie Supporterinnen und Supporter am Samstag um 10.00 Uhr vor dem Lausitzbad. Das sommerliche Wetter ließ - noch - alle Gesichter strahlen und es herrschte ein reges Begrüßen und Treiben am Verpflegungstisch. Nachdem das Buffet für den Tag eingedeckt und das Gruppenfoto vom extra angereisten Teamfotografen Mark geknipst war, ging es zur Streckeninspektion. Flach, unspektakulär, rechts Wiese, links Gebüsch, unten Kies, oben Sonne… ein etwa 100 m langer Schattenabschnitt auf der 925 m langen Runde. Ich war gespannt auf das anstehende Vorhaben, bin ich zuvor doch noch nie stundenlang eine so kurze Strecke gekreiselt. In meiner jugendlichen Naivität hatte ich erst mal nur meinen Plan im Kopf, für den ich trainiert hatte. Den äußeren Bedingungen schenkte ich noch wenig Aufmerksamkeit. Die erfahrenen Ultramarathonis wussten wohl schon, was sie erwartet.

Der Startschuss um 11 Uhr läutete die sechs heißesten Stunden des Tages ein. Das Starterfeld aus 72 Männern und 35 Frauen verteilte sich zügig. Von Anfang an versuchte ich regelmäßig Flüssigkeit zu mir zu nehmen oder sie mir über den Kopf zu schütten. Ein Wasserschlauch im Start-/Zielbereich brachte ebenfalls Erfrischung – manchmal auch sehr unangenehm mit voller Wucht ins Gesicht. Nach wenigen Runden war ich schon im meditativen Zustand. Ab und zu ein kurzer Plausch beim Überrunden oder überrundet werden. So verging Runde um Runde, bei brütender Hitze immer um das Spaßbad herum. Mit jeder Runde nahm der Trubel an unserem Verpflegungsstand zu. Unsere fleißigen Helfer waren am Rotieren. Wasser holen, Flaschen füllen, Verpflegung auf Zuruf reichen. Bei so vielen Läufern auf der Strecke, war quasi immer was los.

Die ersten drei Stunden liefen für mich quasi dahin, exakt nach Plan und auch noch mit gutem Gefühl. Dann wurde es plötzlich schwer. Schwindel, Übelkeit, Kälteempfinden. Der Kreislauf hatte offenbar stark zu kämpfen. Anke empfahl mir Tempo rauszunehmen, sogar zu gehen. Was mir nicht so gefiel, weil das meinen Plan durcheinanderwarf. Gehend nahm ich aber auch wieder die anderen Läufer so richtig war, die alle sichtlich mit der Hitze kämpften. Einige machten am Rand Pause, gönnten sich eine Hopfenlimo, gingen ebenfalls ein Stück, oder stiegen leider aus. Nachdem der Kreislauf sich erholte, kam ich leider nicht mehr ganz in den Tritt. Die Übelkeit war noch da, gleichzeitig konnte ich weder Flüssigkeit noch Nahrung aufnehmen. Obwohl unsere lieben Betreuer mir von Riegeln, über Maiswaffeln, bis hin zu Keksen eine tolle Auswahl anboten. Die schlechte Laune war zu groß. Ich wollte nur stehen bleiben. Doch Fränky, der eigentlich schon beim Bier war rannte los und trieb mich an. Abwechselnd immer ein zwei Runden, dazwischen musste ich wieder alleine weiter. Weil ich in Begleitung sicherer lief wurde kurzerhand Spartathlet Ralf rekrutiert, der eigentlich auch schon Feierabend machen wollte. Die letzte Stunde in etwa blieb er in der Nähe und so langsam ging es wieder voran. Da ich aber die letzten zwei Stunden kaum Nährstoffe zu mir genommen hatte, fehlte am Ende einfach die Kraft, nochmal die Wettkampfpace zu erreichen. Nach jeder Runde blickte ich auf die Uhr und überschlug im Kopf wie viele Runden es noch werden könnten. In der Ferne zog das erhoffte Gewitter auf, äußerte sich aber nur in Donnergrollen und Wind. Aber immerhin knallte die Sonne nicht mehr so stark. In der letzten Runde zogen wir noch mal an, um einfach noch so weit zu kommen wie möglich. Als das Signal ertönte vernahm man ein lautstarkes Seufzen. Alle Läuferinnen und Läufer waren sichtlich erleichtert, dass die sechs Stunden vorüber waren. Wir warteten an Ort und Stelle auf das Messrad, mit dem Restkilometer registriert wurden und gingen Richtung Ziel zurück. Pünktlich dort angekommen ging das Gewitter auch los. Genau der richtige Moment, um endlich in die Schwimmhalle hineinzugehen und sich zu erfrischen. Für die Siegerehrung hörte der Regen zum Glück wieder auf, sodass diese wie geplant draußen, wie immer ein wenig verzögert und leider nicht ganz so feierlich stattfinden konnte. Mit seiner routinierten Laufweise räumte Stu Thoms (72,435 km) richtig ab und belegte den dritten Platz bei den Männern, sowie zusammen mit Sascha Pantel (67,630 km) und Jan Prochaska (66,084 km) Gold für die als Mannschaftsleistung erbrachten 206,149km und im Team mit Michael Vanicek (65,156 km) und Jan Prochaska auch noch den Sieg unter den „Senioren“teams. Letzteres Team verteilte sich auch komplett auf dem Treppchen in der M50. Das Frauenteam in der Besetzung Katrin Grigalat (64,860 km), Amrei Münster (63,522 km) und Patricia Rolle (62,936 km) belegte mit 191, 318km hinter dem starken Team der Laufpartner einen würdigen zweiten Platz. Einzeln konnten sich die Damen Bronze, Silber und Gold in Ihren Altersklassen sichern. Ganz besonders freute sich Daniela Dilling, die dank ihres starken Kampfgeistes die Mindestleistung von 45 km knapp überschritt und so zusammen mit Ullika Schulz (59,305 km, 1. Platz  W55) und Marie Ballay (46,621 km, 3. Platz W65) auch das Seniorinnenteam mit Gold geehrt wurde. Ehrungen gab es auch für Bernd Kalinowski (48,716 km, Bronze AK 40), Michael Beckmann (50,684 km, Bronze W45) und Achim Dierkopf (47.395 km). Benjamin Brade hatte mit Magenproblemen zu kämpfen und ließ es daher nach einem guten Beginn ruhiger weiter gehen, Dirk Kiwus, Stefan Bicher und Michael Brandt liefen routiniert Runde um Runde. Ralf Giese hatte auch noch mit einer Verletzung zu tun und war daher noch nicht im Vollbesitz seiner Leistungsfähigkeit. Den starken Teamauftritt rundeten Anke Schülke, Martin Woitynek, Andreas Rumpelt und Herbert Ziefle ab. Trotz der Hitze-Hölle war es doch ein erfolgreicher und wertvoller Tag in Hoyerswerda und es zeigte sich, dass Laufen eben doch kein Ego-Ding sondern ein Teamsport ist.

Besonderer Dank gilt den Betreuerinnen und Betreuern des Tages: Fritz Schulz, Maria Blauth, Marion Vanicek, Evelyn Franke und Mark Becker. Frank Nickel agierte in einer Doppelrolle. Zunächst auf der Laufstrecke wechselte er dann auf die Betreuerseite und war dort einmal mehr erfolgreich im Einsatz.

Autorin: Amrei Münster (ergänzt von Silke Stutzke)

Ankunft vor den Toren der Stadt
Vor dem Schloss von Trzebiatow am nächsten Tag
Im Ziel mit dem Bürgermeister der Stadt
 

Laufend in die polnische Partnerstadt von Wandlitz Pfingsten 2018

Ganz in die Tradition der freundschaftlichen Beziehungen des SCTF zu einem Verein in Schweden oder zu den sportlichen Austauschbeziehungen zu Israel kann man auch den 225 km Lauf von Achim Dierkopf und mir, Silke Stutzke,  in die polnische Partnerstadt der Gemeinde Wandlitz einordnen. Wandlitz ist meine Heimatgemeinde und Trzebiatow ist deren Partnerstadt.

Trzebiatow liegt unweit der polnischen Ostseeküste und ist von Wandlitz annähernd 225 km entfernt. Was es heißt, so lange Distanzen zu laufen hatten Achim und ich in unserem Läuferleben beim Baltic Nonstop mal probiert. Allerdings waren das organisierte Wettkämpfe, mit Wegweisern alle paar Meter und spätestens nach 8 km einem Punkt mit Versorgung und allem was das Herz begehrt. Dieses Unternehmen war jetzt anders. Zur Unterstützung gab es lediglich ein Begleitfahrzeug, gefahren durch Eckart Broy und Marie Ballay. Sie hatten sich bereit erklärt, das ungewöhnliche Abenteuer zu unterstützen. So musste man nicht sämtliches Gepäck im Laufrucksack tragen, der aber auch so schwer genug war.

Geplant war eigentlich zunächst, dass auch Stefan Bicher die ganze Strecke zurücklegt, er hatte sich im Vorfeld um die Navigation gekümmert, ich mehr um den Kontakt zur Partnerstadt.

Die ungewöhnliche Startzeit 16 Uhr resultierte daraus, dass wir meinten, so gut verabschiedet werden zu können und zum anderen zu einer Zeit anzukommen, wo der Empfang ebenfalls zu einer passenden Tageszeit vonstatten gehen könnte. Dass man dadurch 2 volle Nächte unterwegs sein würde, hatten wir nicht so ganz zu Ende gedacht. Denn das stellte sich am Ende als die größte Herausforderung heraus. 2 volle Nächte ohne wirkliche Schlafpause.

Beinahe wäre schon 7 km nach dem Start alles zu Ende gewesen. Eine Bodenwelle und ich schlug lang hin. Schnell war aber klar, die Verletzungen sind nur oberflächlich, nach kurzem Innehalten konnte es weitergehen. Immer wieder trafen wir Läufer uns mit der Begleitcrew. Zunächst alle 20 km, später wurden die Intervalle kürzer. So wichtige Dinge wie Kaffee organisierten wir uns unterwegs selbst, noch gab es da genug Möglichkeiten. Das sollte sich später leider sehr ändern.

Besonders schöne Momente unterwegs prägten sich ein, so zum Beispiel das Kloster Chorin im Dämmerlicht oder Sonnenaufgänge in der einsamen Uckermark. Den letzten Kaffee für lange Zeit ergatterten wir nach 52 km in Angermünde und so beschlossen wir, hier eine Weile zu rasten.

Leider ging es von dort für Stefan aber nur noch wenige Kilometer weiter, beim nächsten Treff mit der Crew bat er um einen Platz im Auto, seine Akkus waren komplett leer. Nun war ich mit Achim allein unterwegs, Marie Ballay begleitete uns allerdings zunächst durch die Nacht. Die Wegstrecke wurde schwerer, es war jetzt komplett einsam. Nur Wildschweine, Rehe und Füchse begegneten uns.

Und es wurde auch immer schwerer sich zu orientieren.  Nur mit dem Handy konnte man jetzt noch navigieren. Dafür aber wieder die Entschädigung durch Naturschönheit. Die Nacht war sehr kalt gewesen aber nun stieg der Tau als Nebel aus den Wiesen auf und die Sonne saugte alles auf.

In Mescherin, kurz vor der Grenze dann der 100ste Kilometer und kurz danach die Oderbrücke. Und dann der erste Ort in Polen, wo die Crew wartete und die Existenz eines Cafés vermeldete. Die Lebensgeister kehrten zurück.

Kurz nach dem Ort Gryfino wurde aber schon die nächste Pause gemacht. Es war beschlossen worden, einen Mittagsschlaf zu machen. Die Sonne schien und es war warm, da war es einfacher am Wegrand eine Schlafpause einzulegen als in der kalten Nacht. Maximal eine Stunde, mehr war nicht drin.

Stettin zu durchlaufen war mental sehr hart. Es war irre viel Verkehr, ein Moloch ist diese Stadt. Auch machte sich inzwischen die Erschöpfung bemerkbar. Das ganze Team beschloss deshalb in eine Pizzeria einzukehren und erstmal alle Speicher aufzufüllen.

Danach ging es weiter in die zweite Nacht, durch einsame polnische Dörfer mit hindurchrasenden Autos. Gegen 23 Uhr erreichten wir mit Golenjow wieder eine Stadt. Wir hatten ja gehofft, dass es in Golenjow nochmal einen Kaffee geben könnte aber leider war dem nicht so. Bei mir machte sich hier dann ein großes Tief breit und ich musste mich von der Crew erstmal gut motivieren lassen und auch etwas verschnaufen. Die Müdigkeit war gnadenlos. Ich weiß aber, dass man so ein Tief gut überwinden kann und weiter ging es. Es folgten jetzt aber sehr viele Wege durch den dunklen Wald, durch tiefen Sand und unwegsames Gelände. Nur im Schein der Stirnlampe.

Bei sternenklarem Himmel war es noch kälter als in der ersten Nacht aber auch wunderschön. Ständig raschelte es im Gebüsch, Wildschweine grunzten, durch die Stirnlampe sah man die Augen der Tiere. Der vermutete Wolf war aber sicher doch nur ein Fuchs.

Der Pfingstsonntag begann dann für alle wieder ohne Kaffee. Nur einsame Dörfer wurden durchquert. Bis zu dem schönen Ort Gryfice. Etwa 20 km vor dem Ziel. Endlich der heißersehnte Cappuccino, der alle Lebensgeister weckte. Was wir nicht wussten war, dass es diese letzten 20 km nochmal in sich hatten. Denn es ging geradewegs an einer vielbefahrenen Hauptstraße entlang. Der schiefe Seitenstreifen voller Gras und Löcher ließ auch kein Laufen zu. Und kein Baum und kein Strauch.  Dann ein Anruf von Stefan, der mit Ecky 8 km vor dem Ziel noch einmal wartete. Grzegorz vom Empfangskomitee der Partnerstadt war schon da, die Polizeieskorte auch. Nur Achim war nicht mehr zu sehen, er hatte wohl ein paar Probleme. Da aber Marie jetzt wieder bei ihm war und auf ihn aufgepasst hat, lief ich allein weiter. Das letzte Stück mit der Begleitung war dann natürlich nicht mehr gefährlich. Vorn ein Polizeiauto, hinten eins, dazwischen die Begleitläufer und ich.

Der Zieleinlauf ins Stadion von Trzebiatow war dann phänomenal. Noch einmal kamen ein paar Begleiter dazu, mit deutschen und polnischen Flaggen. Applaus brandete auf, die Polizeisirene dazu, dann Tina Turner: „Simply the Best“. Was für ein überwältigender Empfang. Dann kommt ein Feuerwerk, Konfettiregen es gibt einen großen Pokal. Achim kommt etwa eine Stunde später und wird auch gebührend empfangen.

Im Hotel sehnen sich alle nur noch nach Schlaf. Am nächsten Tag gibt es dann einen ehrenvollen Empfang beim Bürgermeister der Stadt, gefolgt von einer Stadtbesichtigung und einem Mittagsessen. Die Partnerstadt tut alles, um uns Läufer zu verwöhnen und feiert uns wie große Helden.

Manchmal lohnt es sich einfach, eine verrückte Idee zu haben und diese dann auch umzusetzen. Das ist ein Erlebnis, das für immer im Herzen bleibt.

Autorin: Silke Stutzke

Foto: Fritz Schulz
Ein Teil des Teams nach der Siegerehrung, 2. v.l. Martin Ahlburg
Foto: Almut Dreßler
 

Großes Aufgebot am Rennsteig 2018

Tolles Abschneiden unserer Läuferinnen und Läufer und ein Podestplatz

In diesem Jahr hatten die Läuferinnen und Läufer beim Supermarathon am Rennsteig (74 km) unter der großen Hitze im Thüringer Wald zu leiden. Martin Ahlburg wollte sich aber davon bei seinem Jahreshöhepunkt nicht beirren lassen. Schließlich hatte er sich sehr gut auf diesen Tag vorbereitet.

Er lief zunächst vorsichtig an und hielt sich lange in der Verfolgergruppe der Spitze auf. Frank Merrbach, der Vorjahressieger lief dort in der Spitze mit.

Am Ende musste Frank leider einer Verletzung Tribut zollen, kämpfte sich aber ins Ziel und wurde immer noch 11. in einem hochkarätig besetzten Feld. Aufs Podest durfte er aber zumindest in seiner Altersklasse noch, hier wurde er 3.

Für Martin endete der Lauf mit einem großen Triumph als Gesamtdritter und Zweiter der M 30. Seine Zeit von 5:31h macht ihn sicher hochzufrieden.

Auch Ullika Schulz hatte bei ihrem 11. Start beim Supermarathon unter der Hitze zu leiden aber Ullika ist eine starke Läuferin und zeigte ihre Qualitäten. Sie wurde mit dem Sieg in der W55 belohnt.

Ebenfalls gut unterwegs war Patricia Rolle, sie kam nach 7:05h als Gesamtzwölfte Dame ins Ziel.

Maria Blauth, und Bernd Kalinowski nutzten den Rennsteig für ein gemeinsames lockeres Läufchen und ließen sich die gute Laune von dem warmen Wetter nicht verderben. Thomas Hensel hingegen konnte seinen Lauf nur bis zum Grenzadler bringen und musste dort aussteigen.

Sascha Pantel und Martin Woitynek lieferten gewohnt solide Ergebnisse ab und rundeten so den gelungenen Teamauftritt ab. Den großen Zusammenhalt spürte man sogar weit ab vom Rennsteig. Jörg Stutzke und Alex Dautel saßen vor dem Rechner und analysierten die Live-Ergebnisse. Das taten beide dann später auch bei der gleichzeitig laufenden EM im 24-Stunden-Lauf. Jörg dabei die ganze Nacht über. Aber davon wird er sicher später selbst mehr berichten.

Autorin: Silke Stutzke

Foto: Erik Weick

Transvulcania La Palma am 11.05.2018

Um 02:45 Uhr klingelte der Wecker. Nicht gerade die liebste Zeit zum Aufstehen, aber wer Ultras läuft, muss halt früh aus dem Bett. Aufstehen, so viel Essen und Trinken wie möglich. Unsere Ausrüstung hatten wir schon am Vortag vorher gepackt. Noch einmal alles kontrollieren, damit man auch starten darf: Handy, Stirnlampe, Wärmedecke, Trinkrucksack - Check. Wir hatten uns zwei Tage zuvor ein Taxi organisiert, welches uns zum 35km entfernten Start bringen sollte; pünktlich um  04:00Uhr war Abfahrt.

Am Start angekommen, erwartete uns ein heftiger Wind, der die Läufer über viele Kilometer begleiten sollte. Die Ausrüstung wurde vor der Startlinie noch einmal überprüft und dann standen wir in der Startaufstellung Kurz vor dem Start begann die Hymne der Trailläufe: ACDC - Thunder. Die Stimmung stieg...5...4...3...2...1...los!

Die Strecke führte ein kurzes Stück zum Leuchtturm hinauf, einmal um diesen herum und anschließend ein Stück die Straße hinauf, bevor es auf den Singletrail ging. Lediglich zwei Läufer fanden auf dem einen Meter breiten Trail Platz, sodass sich das Überholen oder überholt werden als schwierig erwies. Zudem war hier fast niemand am Laufen, stattdessen marschierte man schnellen Schrittes durch die Vulkanasche und Geröll. Wer einmal für längere Zeit im Strand gelaufen ist, weiß wie anstrengend dies sein kann und aufgrund der verbliebenen Kilometer und des schmalen Pfades, habe auch ich nicht ans Beschleunigen gedacht. Es hieß: Kräfte sparen für später.

So ging es die ersten 7km in Richtung Los Canarios zum ersten Verpflegungspunkt auf 716m Höhe, wo wir bereits vom dem Anschein nach gesamten Ort jubelnd begrüßt und angefeuert wurden. Kurz die Wasserflasche aufgefüllt und weiter ging‘s. Zur Orientierung: bis dahin war ich 1:10h unterwegs und viel schneller sollte es auch die nächsten Kilometer nicht vorwärts gehen. Immer weiter bergauf ging es nun weiter. Diesmal die ersten Kilometer zum Glück auf Waldboden, sodass man endlich richtig laufen konnte. Als wir aus dem Waldstück herauskamen, ging es wiedermal auf Vulkanasche weiter. Zudem wehte heftiger Wind immer wieder von der Seite und teilweise auch von vorne, sodass man Sand in den Mund und in die Augen bekam. Die Augen stets auf den Boden gerichtet, um ja nicht über die Steine zu stolpern, liefen wir Schritt für Schritt immer weiter den Berg hinauf.

In Las Deseadas (16,5km; 1828HM) angekommen wurden erneut die Wasserflaschen aufgefüllt. Anschließend ging es noch einmal kurz bergauf, bevor es einen kurzen aber anspruchsvollen Downhillpfad entlangging. Eine große Wolkendecke hatte sich über den Bergkamm gelegt, in die wir nun hineinliefen. Deutlich spürbar sank die Temperatur und die Strecke wurde nasser. Es ging die ganze Zeit über einen Waldpfad, den man wiederum gut belaufen konnte. In einer kleinen Kurve rutschte ich auf einem nassen Stein aus und spürte einen kurzen Schmerz in meinem Fuß, dennoch konnte ich gleich weiterlaufen.

Kurz vor El Pilar (24km; 1440HM) rannten die vorderen drei Halbmarathonis an mir vorbei. Sie sind sowie wir in Faro de Fuencaliente gestartet und waren nun kurz vor ihrem Ziel in El Pilar, wo viel Publikum jeden einzelnen Läufer anfeuerte. Hier gab es zudem für uns die erste Möglichkeit, etwas zu essen. Raus aus El Pilar ging es weiterhin den Waldpfad entlang, immer noch durch die Wolken hindurch. Bei Kilometer 28 fing mein Fuß leider wieder an zu schmerzen. Ich konnte nicht mehr richtig auftreten und befürchtete schon, dass es das für mich gewesen wäre. Um meinen Fuß zu stabilisieren und weiterlaufen zu können, nahm ich eine Mullbinde aus meinem Medikit und wickelte diese um mein Fußgelenk herum. Diese Konstruktion half mir bis zum Ziel.

Weiter ging es also auch für mich, leicht bergab nach El Reventón (31km, 1420HM). Meine Laufzeit bisher­­: 4:21h. Hier prüfte ich erneut meine improvisierte Fußstütze, füllte meine Wasserflaschen auf und machte mich gleich wieder auf den Weg. Der nächste Verpflegungspunkt war 11km entfernt und die zogen sich enorm hin. Die Luft war inzwischen schon länger bemerkbar dünner geworden, sodass es mir schwerfiel ordentlich zu atmen. Die Wolken, die Nässe, der Wind und die Anstiege raubten einem die Kraft. Ich hatte mit meinem Kreislauf zu kämpfen, aber hatte die Hoffnung, dass ich nach diesem Anstieg endlich aus den Wolken heraus wäre und die Sonne mich wärmen würde. Während dieser Passage musste ich einige Pausen einlegen, um meinen Kreislauf zu stabilisieren. Laufen – 10 Sekunden Pause – weiter ging‘s. Endlich kamen wir aus den Wolken heraus. Der Wind wehte dennoch kräftig von der Seite, aber zumindest waren die Nässe und die Kälte weg.

Am Ende des Anstiegs stand eine kleine Berghütte, an der Helfer und Sanitäter bereitstanden. Ich machte wiederum eine kurze Pause, genoss, zum ersten Mal seit dem Start, die Aussicht und sah wie sich die Wolken wie eine Schneelawine über den Bergkamm legten. Ich hatte bereits mehr als die Hälfte der Strecke zurückgelegt und machte mich weiter auf den Weg zum nächsten Verpflegungspunkt, bergab über Steine und Wurzeln steigend. Die Sonne fing endlich an mich zu wärmen und ich bekam wieder leichter Luft. In Pico de la Nieve (42km; 2036HM) machte ich eine längere Pause. Auf dem Weg dorthin hatte ich richtig Hunger bekommen und ich aß mich erst einmal „satt“. Wie zuvor wurden die Wasserflaschen aufgefüllt und nach knapp 10 Minuten Pause ging es wieder den Berg hinauf.

Nun hatte man mit mehreren kurzen, aber steilen und steinigen Anstiegen zu kämpfen. Man lief über den Wolken und durch die strahlende Sonne stieg die Temperatur. Immerhin besser als Nässe, fand ich. Man musste über Steine klettern, immer dicht am Vordermann dran. Der Weg war wieder einmal zu schmal, um zu überholen und nur an wenigen Stellen konnte man ein paar Plätze gut machen. Durch die längere Pause am letzten Verpflegungspunkt hatte ich wieder etwas Kraft gesammelt und kam gut den Berg hinauf. Dennoch drosselte ich meine Geschwindigkeit und hielt mich auch längere Zeit hinter langsameren Läufern auf, um noch genügend Kraft für die kommenden Anstiege zu haben. Ich knickte immer wieder kurz mit meinem Fuß auf dem unebenen Untergrund um, machte kurz Pause, bis der plötzliche Schmerz verschwunden war und lief wieder weiter.

In Pico de la Cruz (47km; 2294HM) hielt ich mich nur sehr kurz auf. Ich wollte weiter nach Los Muchachos, dem höchsten Punkt der Insel und mir ging es wieder besser. Nach Roque de los Muchachos (52km; 2420HM) ging es steinige Wege auf und ab, sodass man sehr aufpassen musste, wo man hintrat, um nicht wegzurutschen oder umzuknicken. Gerade die kurzen Abstiege waren anspruchsvoll, da das Geröll schnell ins Rutschen geriet.

Von weitem konnte man schon den Verpflegungspunkt hören. Man musste noch einen kurzen Anstieg hinauf und man war da. Es ging in ein Versorgungszelt hinein, wo es jedoch viel zu warm war, um sich länger aufzuhalten. Ich nahm mir kurz etwas zu trinken und zu essen, verließ das Zelt und ließ mir kaltes Wasser über den Kopf gießen. Es waren inzwischen gefühlte 30°C.

Weiter ging es fast nur bergab. Die Strecke war gut zu laufen, meine Beine waren noch fit und ich stürzte mich die Abwärtspassage runter. Für mich der schönste Teil der Strecke. Endlich konnte ich die langen Anstiege hinter mir lassen und dem Meer, was nur sehr weit entfernt zu erblicken war, entgegenrennen. Man lief über Steine, weiter runter in Waldwege hinein. Technisch nicht der anspruchsvollste Abschnitt, dennoch sehr herausfordernd. Nicht wenige Läufer verletzten sich auf diesem Streckenabschnitt, daher waren viele Sanitäter entlang der Strecke positioniert. Die knapp 10km zogen sich auch Downhill hin und erst nach anderthalb Stunden erreichte ich Torre del Time (62km; 1156HM).

Meine Knie fingen langsam zu schmerzen an und auch die Schmerzen in meinem Fußknöchel machten sich weiterhin bemerkbar. Zudem war es unglaublich warm. Aber egal. Trinkflasche auffüllen, Wasser über den Kopf und weiter. Nun ging es einen sehr felsigen und steilen Weg hinunter, wo ich wiederum mehrmals mit meinen Füßen umknickte. Die anderen Läufer waren sehr nett und fragten mich direkt nach meinem Wohlbefinden und motivierten mich zum Weiterlaufen. Meine Rettung war das Eisspray eines Läufers, das ich dankend auf meinen Knöchel sprühte. Das sollte ich bei meinem nächsten Lauf auf alle Fälle auch einpacken.

Langsam aber sicheren Schrittes näherte ich mich langsam dem Mirador del Time, von welchem ein betonierter Weg uns weiter hinunter bis zum letzten Abstieg führte. Bei diesem Abstieg litten meine Knie besonders, sodass ich, um die Belastung zu verringern, ein wenig zick zack lief. Einige andere Läufer entschieden sich gegen das Laufen und wanderten nur noch runter. Die Beine konnten nicht mehr. Da wir diesen Streckenabschnitt schon die Tage zuvor gelaufen waren, konnte ich mich gut darauf einstellen, was noch kommen würde. Am Bergabstieg kamen dann wieder Steine hinzu. Ich versuchte diesen noch so gut wie möglich zu bewältigen, musste dennoch wieder das Tempo herausnehmen, um nicht andauernd umzuknicken. Die Angst vor dem erneuten Schmerz war zu groß geworden. Finishen wollte ich trotzdem, schließlich war es nicht mehr weit.

Immer weiter herunter und an immer mehr anfeuernden Zuschauern entlang, kam man dem Marathonziel und gleichzeitig letztem Verpflegungspunkt im Hafen von Tazacorte (69km; 3HM) immer näher. Hier erholte ich mich kurz, trank und aß noch etwas, ließ mir wieder Wasser über den Kopf gießen und rannte dann durch eine aufgebaute Dusche hindurch, über den schwarzen Strand, hinein in das ausgetrocknete Flussbett. Die befürchtete Hitze im Flussbett blieb zum Glück aus, aber mehr als schnelles Wandern war auf dem weichen und unebenen Boden nicht mehr möglich. Nun ging es noch einen letzten Anstieg hinauf. Auf knapp 4km hatte man also nach 70 bereits gelaufenen Kilometern erneut 300HM zu überwinden. Hochlaufen konnte ich nicht mehr, aber Schritt für Schritt wollte ich nur noch weiter und endlich ankommen. Das Ziel war nicht mehr weit. Auf dem Weg nach oben, versuchte ich einige Läufer zu motivieren, die Schwierigkeiten mit dem letzten Anstieg hatten. Oben angekommen ging es jetzt nur noch den blauen Fahrradweg entlang.

Die letzten Meter konnte ich genießen. Das Ziel war bereits zu sehen und ich kam diesem immer näher. Ich kam als einzelner Läufer ins Ziel, wieder zu ADCD – Thunder. Die Stimmung auf der Zielgerade war wirklich einmalig und wunderschön, denn jeder Läufer wurde einzeln begrüßt. Ich war heilfroh endlich nach 13:14:01h das Ziel erreicht zu haben und mich von Anfang an durchgekämpft zu haben. Zusammenfassend war der Transvulcania ein einmaliges, unglaubliches Erlebnis, welches ich vielleicht noch einmal wiederholen werde.

Autor: Erik Weick

Ullika, Silke und Marie holen den Seniorinnentitel
Silber für Ralf Giese in der AK
Der neue Deutsche Meister Frank Merrbach
Neue PB für Frank Nickel
Das Team vor dem Start
Ullika, Silke und Amrei

50km-DM 2018 in Ebershausen am 08.04.2018

Die zweite Ultra-DM des Jahres stand am 8. April an, wobei der eigentliche Ultra in diesem Fall wohl die Anreise war: knappe 650 Kilometer sind es nach Ebershausen im Landkreis Günzburg; aus Berliner Sicht kann man also fast sagen kurz vor Italien.

Trotz dieser Entfernung und einiger kurzfristiger Absagen stand eine 10-köpfige Mannschaft an der Startlinie, unterstützt von Mary Blauth, Jörg Stutzke und Fritz Schulz als persönliche Betreuer. Und die haben ihren Job ziemlich perfekt gemacht, es blieben keinerlei Wünsche (auch nicht die unausgesprochenen!) offen.

Zu Beginn, bei noch leistungsfreundlichen einstelligen Graden, ging es wie oft schnell zur Sache – auf 50km bleibt eben nicht viel Zeit zum Taktieren. Die 10x zu durchlaufende Runde führte ca. 1 Kilometer durch Ebershausen und danach leicht wellig mit einer immer größer werdenden Rampe auf eine Landstraße zu einem Wendepunkt und von dort 2km Richtung Ziel. Reichlich Gelegenheit also, auch als Teilnehmer das Renngeschehen zu verfolgen. Da sah man zum Beispiel Frank Merrbach konzentriert seine Runden drehen und sich weder vom Ultra-Novizen Robert Kubisch (Kimbia Sports) noch vom als Favoriten gehandelten Marco Bscheidl (LG Passau) aus der Ruhe bringen. In der fünften Runde tat sich dann aber eine Lücke auf die bis zum Ende kontinuierlich größer werden sollte, Frank lief den ersten Platz in 3:03:27 h nach Hause und überrundete dabei ganz uncharmant auch die überlegene Frauensiegerin Nele Alder-Baerens, für die Weltklasseathletin keine häufige Erfahrung... Außerhalb der ganz vorderen Plätze machte sich die zunehmende Temperatur bald bemerkbar: der Durst wurde größer, die Geschwindigkeit geringer, und unsere Helfer waren immer leichter bekleidet… Neben dem späteren Sieger konnte auch unser zweiter Frank (Nickel) seine Rundenzeiten nahezu konstant halten, wurde nur nach km35 etwas langsamer und realisierte in 4:51 h eine deutliche PB, alle weiteren Nordler mussten etwas deutlicher Tempo reduzieren. Lief Ralf Giese noch lange im Sog der ersten Frau, kam er am Ende ca. 20min hinter dieser ins Ziel. Auch Bernd Kalinowski musste realisieren, dass sich Traumzeiten eben nicht unter allen Umständen realisieren lassen und komplettierte nach 4:27:06 h die erste Mannschaft. Damit fehlten der ersten Mannschaft nur ca 4,5min auf den Bronzerang. Michael Beckmann lieferte mit 4:40:59 nach den 100km in Rheine eine weitere gute Zeit ab, und hinter dem souverän laufenden Frank Nickel komplettierte Micha Brandt unsere zweite Gesamt-Männermannschaft. Micha war mit einer Verletzung und einigen Zweifeln angereist, fand es aber gut mal „zu probieren, wie es ist mit einer Verletzung 50km zu laufen…“

Bei den Frauen lief Amrei Münster ein couragiertes Rennen, musste erst gegen Ende etwas reduzieren und lief letztlich in 4:09:56 h nicht nur persönliche Bestleitung, sondern auch knapp unter der Schallgrenze eines Schnittes von 5 min/km und erreichte den 7. Platz gesamt (1. W30). Ullika Schulz holte in ihrer AK55 ebenso den 1. Platz und Silke Stutzke sicherte die erfolgreiche Titelverteidigung der Frauenmannschaft in 14:07:16 h. Marie Ballay kam kurze Zeit später ins Ziel und komplettierte damit die erfolgreiche Frauen-Senioren-Mannschaft, die ebenfalls den Titel holte.

Insgesamt also trotz kleiner Mannschaft ein erfolgreiches Abschneiden, das großen Hunger auf die nächste Ultra-DM über 6 Stunden am 9. Juni in Hoyerswerda macht!

Autor: Bernd Kalinowski

Die Freude steht Jörg ins Gesicht geschrieben
... unterwegs

Liverpool to Manchester Ultra 50 Meilen am 02.04.18

Tag ohne Sonne

Wenn man sich für einen Wettlauf in Mittelengland anmeldet sollte man sich gewiss sein, dass man neben einer liebevoll organisierten Veranstaltung auch landestypische Witterung in den Warenkorb gelegt bekommt. Zum zweiten Mal riefen die Organisatoren an die Startlinie zum Lauf von Liverpool nach Manchester, in diesem Jahr mit Beteiligung der LG Nord Berlin durch Jörg Stutzke. Angesichts des Trainingszustandes ein eher gewagtes Unternehmen, jedoch überwog die Neugier auf den ersten Ultra im Mutterland des Sports, und so gesellte ich mich am Ostermontag um sechs Uhr bei 2°C und Dauerregen zu den anderen knapp 400 positiv Verrückten, um etwa 80 Kilometer zu Fuß zurückzulegen. Vermutlich gab es in früherer Zeit in England mal einen königlichen Erlass, demzufolge Männern das Tragen von langen Hosen während der Ausübung des Laufsports verboten wurde – für mich völlig unverständlich angesichts der Witterung, stand ca. 1/3 der Teilnehmer kurzbehost an der Startlinie.

Die Strecke stellte nicht die kürzeste Verbindung beider Städte dar, vielleicht aber die schönste. Immer entlang des Pennine Trail und des Flüsschens Mersey führte der Weg durch zahlreiche Parks, vorbei an Industrieansiedlungen älteren und neueren Datums sowie durch typisch englische Siedlungen mit ihrem unvergleichlichen Reihenhauscharme. Keine allzu wellige Strecke, die Höhenmeter hielten sich im niedrigen dreistelligen Bereich. Der Dauerregen der letzten Tage präsentierte aber Teile der Strecke eher als „Tough Guy“-tauglich, denn als „schnellen 50-Meiler“ wie vom Veranstalter ausgelobt. Knöcheltiefe Schlammpassagen und nicht minder flaches Regenwasser ließen die Bodenkontaktzeiten erheblich ansteigen, auch mal unter Verlust der Schuhe. Wenn man es aber schaffte, den jeweils nächsten Versorgungspunkt zu erreichen wurde man mit viel Herzlichkeit und guter Versorgung entlohnt. An sieben Punkten der Strecke war dies der Fall, bis zum letzten blieben die Helfer sehr freundlich. Im Ziel dann der Stadioneinlauf, besser gesagt: Stadioneinlauf auf Englisch. Ihr wisst schon – eine Rundbahn ist nicht notwendig, dennoch wurden wir am Zielort über die Wiese des ortsansässigen Sportclubs geführt. Dauerregen, zum Abschluss also nochmals 400m durch sumpfiges Gelände – geschafft. Nach 9:25h konnte ich den Lauf beenden, unter allen Gestarteten langte das zu Rang 49 und der etwas überraschenden Übergabe einer goldenen Finishermedaille, die den ersten einhundert Zieleinläufern vorbehalten war. Wenn sie denn irgendwann geschienen hätte – ich hätte gern mit der Sonne um die Wette gestrahlt, aber ich war ja in England. So blieben mir die anerkennenden Worte von Sascha, der mich zwar nur bei Start und Ziel unterstützen konnte, dies aber mit ungeahnten Fähigkeiten tat. Wer diesen Lauf selbst einmal probieren möchte dem sei empfohlen, beizeiten den Startplatz sicher zu machen sowie unbedingt im Vorfeld lange Läufe zu trainieren.

 

Autor: Jörg Stutzke

Anke erreicht glücklich ihr Ziel
Niels und Martin Seite an Seite
Martin - zum zehnten Mal hier im Ziel
Bejubelter Zieleinlauf von Niels
Gesa, Silke und Daniela freuen sich über den Titel im 10 km Straßenlauf
Hinter jedem Sieger steht ein gutes Team

BBM 100 km und 10 km Straßenlauf am 24.03.2018

Weite Wege nahe der Heimat

Mit einer für einen Ultralauf beachtlichen Gruppenstärke begab sich das Ultrateam der LG Nord an den Störitzsee, um zu testen was die letzten Monate Training auf der Königsstrecke möglich gemacht haben.

Im Ergebnis steht, wie so oft bei den langen Läufen, ein individuell sehr unterschiedliches Fazit. Der neue Berlin-Brandenburgische Meister Niels Bubel reflektiert seinen Lauf sehr positiv, und das liest sich wie folgt:

„Der 100km-Lauf am 24. März‎ hat mir gezeigt, dass die 100km-Strecke meine Distanz ist. Sie fordert mich heraus und gleichzeitig kann ich meine Stärken zeigen: ich liebe das ausdauernde Laufen. Bei den Berlin-Brandenburgischen Meisterschaften wurde ich nun mit der Goldmedaille belohnt. Mit der Zeit von 7:43:54 h habe ich zwar noch nicht meinen Traum von einer Qualifikation für eine Weltmeisterschaft über 100km erreicht. Doch ich bin diesem Traum ein ganzes Stückchen nähergekommen.…

Großen Anteil an meiner Leistung hat meine sensationelle Freundin, die meine Verpflegung übernahm und mein Verein, das Ultrateam der LG Nord Berlin. Viele waren an den Störitzsee ‎gekommen, um zu helfen oder aber selbst zu laufen. Martin Ahlburg hat mit mir gemeinsam die ersten 50km bestritten, was wirklich sehr toll und abwechslungsreich war. Dabei wurden wir auch von seiner Freundin und vielen anderen kräftig angefeuert. Auch meine Schwester war an die Strecke gekommen und hat mich kämpfen aber auch lächeln sehen dürfen. Durch diesen Rückhalt, der für mich deutlich zu spüren war, habe ich eine kleine Krise zwischen km 60 und 80 durchstanden. Ich habe dabei auf meinen Körper gehört, das Tempo etwas reduziert und so meinem Körper die Chance gegeben, die schwere Phase durchzustehen….“

Die etwas kühle Witterung und auch der teils schwer belaufbare Kurs hat sicher ein paar Sekunden pro Runde von der Uhr genommen. Unsere beiden anderen Sportler mit Zieleinlauf über 100km ließen sich davon aber genauso wenig beeindrucken wie Niels. Anke Schülke hat in ihrem ersten 100-er das gesteckte Ziel (unter 10:30h) erreicht und mit 10:26:50h den zweiten Rang der Meisterschaftswertung erkämpft. Kurz vor ihr war Martin Woitynek mit seinem Rennen am Ende, seine 9:58:34h waren zugleich sein zehntes Finish bei dieser Veranstaltung.

Am Störitzsee geht es aber auch eine Nummer kleiner, neben Martin waren noch Evelyn Franke und Dirk Kiwus auf der halben Strecke dabei. Für alle drei war es ein kontrollierter langer Lauf mit Verpflegungsleistung. Ein ähnliches Fazit konnten Rebecca Walter (50km, Tempo 5:00/km) und Annette Müller (45km, Tempo 5:05/km) ziehen, die ihre ursprüngliche Absicht einhundert Kilometer zu laufen an diesem Tag in ein hochwertiges Training wandelten.

Deutlich schneller ging es bei den Meisterschaftsläufern über die 10 Kilometer zur Sache. Die erst vor zwei Wochen über 100km zu deutschen Mannschaftsmeistern gekürten Alexander Dautel und Benjamin Brade ließen sich den Ausflug zum Sprint nicht ausreden und erreichten mit 33:08 min (2. M30) und 37:13 min respektable Zeiten. Bei den Damen ragte Amrei Münster mit nachweislich gewachsener Grundschnelligkeit heraus, mit 42:44 min konnte sie im teilnehmerstarken Feld als Gesamtelfte gut mithalten und wurde mit Silber in ihrer AK belohnt. Gesa Edzards, Silke Stutzke und Daniela Dilling haben für die einzige Mannschaftsmedaille des Tages gesorgt, in der Summe ihrer Leistungen waren sie im Feld der w50/55 unerreicht.

Fazit der Veranstaltung: toller Teamauftritt, danke allen Helfern, Glückwunsch den Läufern zu den Leistungen.

 

Autor: Jörg Stutzke

Ultratrail du Petit Ballon am 16.03.2018

Frank Merrbach ganz rechts im Bild

Beim Petit Ballon Ultratrail in Frankreich, einem anspruchsvollen Trail mit 2310 HM und 52 km wurde Frank Merrbach Fünfter in 4:44:17.

Herzlichen Glückwunsch.

Frank war aber nicht unser einziger erfolgreicher Starter dort. Auch Bernd Kalinowski und Patricia Rolle kamen bei diesem schweren Ultralauf ins Ziel.

Herzlichen Glückwunsch auch den beiden.

Alexander Dautel wird Deutscher Meister 2018
Die Deutschen Mannschaftsmeister 2018
Ehrung der Mannschaftsmeister
 

Der erste Einzeltitel über 100 km

Alexander Dautel und das Männerteam Deutsche Meister über 100 km

In einem bis zum Schluss spannenden Rennen hat sich Alexander Dautel den bisher größten Erfolg seiner noch recht jungen Ultralaufkarriere erkämpft. In 7:01:04 h wurde er in Rheine „Deutscher Meister“ über die längste offizielle Meisterschaftsdistanz des DLV. Schlüssel zum Erfolg war dabei ganz offensichtlich seine Rennübersicht, gepaart mit einem sehr gleichmäßigen Tempo über die gesamte Renndistanz. Seine Siegerleistung bedeutet zugleich Vereinsrekord.

Schnell löste sich aus dem recht starken Teilnehmerfeld von ca. 160 Läuferinnen und Läufern eine flotte Kopfgruppe. Alexander spielte von Anfang an vorn mit, ließ sich vom hohen Anfangstempo von Marco Bscheidl nicht beirren und übernahm ab Kilometer 30 die Spitze des Feldes. Wie üblich bei solchen Rennen konnten die zahlreichen Betreuer und Zuschauer ein Ausscheidungsrennen sehen. Einzig Gerrit Wegener (Laufpartner Berlin) konnte mithalten und wurde nach zwischenzeitlicher Führung bei km 75 am Ende sicherer Zweiter, ebenfalls in neuer persönlicher Bestleistung (7:03:56h).

Aus Sicht der LG Nord besonders erfreulich: auch in der Teamwertung gelang ein überzeugender Sieg. Nachdem beim Heimspiel im Vorjahr noch Muskeln und Nerven im Wege standen gelang es in diesem Jahr in der Besetzung Alexander Dautel, Benjamin Brade und Stu Thoms den Mannschaftstitel bei den Männern über 100km zu gewinnen. Erst nach 60 gelaufenen Kilometern übernahmen die drei die Führung und gaben sie bis zum Ende nicht mehr ab. Michael Beckmann und Achim Dierkopf konnten das Rennen ebenfalls beenden, Achim wurde dabei zweiter seiner Altersklasse M70.

Leider konnte Patricia Rolle ihren Rennplan nicht umsetzen. Nach 45 Kilometern zog sie die Reißleine und musste die Hoffnung auf ein weiteres gutes Ergebnis über die Königsstrecke des Ultralaufens vorzeitig begraben. Bernd Kalinowski hatte ebenso wie Torsten Richter im Vorfeld einige gesundheitliche Probleme, beide haben die Vernunft dem Ehrgeiz vorgezogen und ebenso abgebrochen.

Autor: Jörg Stutzke

Gruppenbild im Trainingslager
Auf zur ersten Einheit

Trainingslager Lindow 23.02.-25.02.2018

Das Trainingslagerangebot im Sport- und Bildungszentrum Lindow erwies sich in diesem Jahr als ein offenbar sehr ansprechendes. Denn es nahmen 30 Sportlerinnen und Sportler aus dem Ultrateam daran teil, so viel wie noch nie. Traditionell reise ich persönlich immer laufend an und hatte somit schon die ersten 49 km direkt am Freitag auf der Uhr. Eine schnelle Dusche und ein Kaffee und meinen Platz im Foyer als Empfangskomitee einnehmen folgten. Nachdem die Läuferinnen und Läufer ihre Zimmer bezogen hatten, machten sich die meisten ebenfalls auf die erste Runde um den See, die Flinkfüße schafften sogar noch 2 Runden.

Am Samstag wurde zeitig gefrühstückt. Je nach Trainingsplan ging es dann auf die Strecke, für jeden fand sich eine passende Gruppe. Sei es der richtig lange Lauf über 60 km oder der Doppeldecker mit einem Morgen- und einem Abendlauf oder der lang gezogene Steigerungslauf, was bei Ultraläufern heißt, erst mal 35 und dann los steigern. Fritz begleitete eine große Gruppe wieder fürsorglich auf dem Rad und versorgte.

Lindow bietet für ein Trainingslager den perfekten Rahmen. Nicht nur eine Rundumversorgung beim Essen, sondern auch eine Schwimmhalle oder Sauna für die alternativen Einheiten. Das wurde am Nachmittag auch zahlreich genutzt.

Am Samstagabend fand auch in diesem Jahr die Teambesprechung statt. Das vergangene Jahr Revue passieren lassen, einen Überblick über die Teamfinanzen geben, Ausblicke auf das Jahr .... Absprachen, Meinungen sammeln, sich austauschen. Für all das ist in einem Trainingslager endlich mal Zeit.

Anschliessend boten uns Kiwi und Evelyn noch einen sehr unterhaltsamen Vortrag über ihre Abenteuerreise durch Asien im vergangenen Jahr.

Trotz des langen Abends standen die Läuferinnen und Läufer am Sonntagmorgen nach dem Frühstück für die Abschlussrunden bereit. Zusammen gerechnet liefen wir 1930 km an diesem Wochenende. Das darf man durchaus als intensiv bezeichnen. Der Laufpark Stechlin hat sich dabei als hervorragend geeignet erwiesen. Hier findet jeder seine Strecke, im wahrsten Sinne des Wortes.

Autorin: Silke Stutzke

Startbild mit allen Startern
Die Nordler in Trebatsch vor dem Start

Ludwig-Leichhardt-Trail Ultralauf 52,5 km am 17.02.2018

Das war durchaus ein großes Aufgebot, welches da zum 5. Ludwig-Leichhardt Trail in Trebatsch an der Startlinie stand. Vanni und Jan wollten eine Woche vor ihrem Trans-Gran Canaria Trail nochmal auf eine lange Strecke. Martina, Gaston und Martin sind Stammkunden hier und Silke und Annette waren das erste Mal dabei. Annette ging bei den Damen als Favoritin ins Rennen, obwohl es für sie nur ein Trainingsbaustein werden sollte.

Der Lauf ist nicht wirklich ein Trail, eher ein Landschaftslauf. Die Strecke ist nicht speziell markiert, man muss sich an die offiziellen Radwegemarkierungen in Form eines Kängurus halten. Das ist nicht immer einfach aber meines Wissens hat sich von uns niemand vertan. Der Weg ist nach dem in Trebatsch geborenen Australienforscher Ludwig Leichhardt benannt, der Mitte des 19. Jahrhunderts diesen Kontinent erforscht hat.

Die Lausitzer Landschaft ist wunderschön, das Wetter zeigte sich für Mitte Februar von seiner besten Seite. So wurde es eine rundum gelungene Sache. Annette wurde ihrer Favoritenrolle gerecht und gewann. Vanni und Jan waren unterwegs an ihrer Seite. Martina lief mit Gaston exakt die gleiche Zeit wie im Vorjahr und durfte sich über Platz 2 freuen, im übrigen nur eine Woche nach der Brockenchallenge, wo sie 3. geworden war. Die Brockenchallenge hatte auch Martin noch in den Beinen, kam aber dennoch souverän in Cottbus ins Ziel. Ich selbst wusste nicht genau, was mich erwartet angesichts von einigen gesundheitlichen Problemen in den letzten Wochen. Aber es ging dann wider Erwarten besser als gedacht.

Ein toller Teamauftritt einmal mehr. Schön wars.

Autorin: Silke Stutzke

Foto Bernd Kalinowski
v.l. Pat, Bernd, Annette, Frank
Foto: Norbert Wilhelmi
Annette im Rennen
Foto: Bernd Kalinowski
Pokalübergabe Bundesliga
 

Rodgauer 50 und Senftenberger Halle 27./28.01.2018

Das Wettkampfjahr der Ultraläufer hat begonnen. Traditionell mit den exotischen Ultradistanzen in der Lausitzhalle in Senftenberg und dem 50 km Lauf im hessischen Rodgau.

In Senftenberg trat Stu Thoms über 100 km an. Stu ist ja eigentlich 24 Stundenläufer aber mit den 400 Runden auf der Bahn wollte er vermutlich seine Leidensfähigkeit testen. Er beendete die 100 km als Gesamtachter nach 9:39 Stunden. Am nächsten Tag stand der Wettkampf über 50 km auf dem Programm. Hier startete Achim Dierkopf, nunmehr bereits in der M70. Er lief starke 4:44 Stunden, was Gesamtplatz 14 und Sieg in der Altersklasse bedeutete. Für ihn war das ein starker Einstieg in die Saison.

Benjamin Brade begnügte sich mit den Rennen über 10 000m und Marathon, was ja auch ein beachtliches Pensum ist. Seine Zeiten von 40:12 min (Gesamtzweiter) bzw. 3:13h (Gesamtvierter) können sich auch sehen lassen.

Autorin: Silke Stutzke

 

Den Bericht zu Rodgau hat Bernd Kalinowski verfasst:

 

Nüchtern betrachtet gibt es nicht so viele Gründe in Rodgau zu starten: die Parkplätze sind rar, der Rundkurs schmucklos, der 1km-Fußmarsch zum Startgelände lang, die mit Fußballern geteilte Dusche lauwarm… aber Ultralaufen ist nunmal keine emotionslose, rein objektiv zu betrachtende Disziplin. Da zählt eher, dass man nach langen Wochen des einsamen Trainierens in der Dunkelheit die fast vollständige Szene des deutschen Ultralaufens trifft mit diversen Welt- und deutschen Meistern, die Rodgauer sind außerdem herzliche Gastgeber und mittlerweile äußerst routiniert, und trotz der schnellen Zeiten an der Spitze treten die Ambitionen der Teilnehmer noch nicht so deutlich in den Vordergrund. Im Starterfeld mit fast 1000 Startern standen mit Annette Müller, Patricia Rolle, Frank Merrbach, Frank Nickel, Michael Beckmann und Bernd Kalinowski auch sechs Nordler. Das diesige Wetter und viel Regen aus der Vorwoche hatten die Strecke matschig gemacht, trotzdem war eine gute Belaufbarkeit gegeben – anders ließe sich der Streckenrekord von Sieger Benedikt Hoffmann in 2:56:18 wohl nicht erklären, ebenso die PB von Vorjahressieger Frank Merrbach vom Ultrateam auf Platz 2 in 3:05:38. Bei den Frauen spulten Annette Müller auf dem 8. Gesamtplatz in 3:59:00 und Patricia Rolle auf dem 11. Platz in 4:05:43 mit der Präzision eines Schweizer Uhrwerks die 10 Runden in Vorbereitung der Saisonhöhepunkte ab. Die weiteren Männer mit Michael Beckmann in 4:54:28 und Bernd Kalinowski in 5:06:21 rundeten das Feld aus Sicht der LG Nord ab, was in der Mannschaftswertung der Männer zu Platz 12 von 33 gereicht hätte – wenn denn alle ihren Teamnamen gleich geschrieben hätten… Frank Nickel war lange auf Kurs sub5, mußte dann aber erkennen daß seine in Erprobung befindliche Ernährungsstrategie doch noch optimierbar ist und musste nach 35km aussteigen. Aber auch wenn es eben nicht bei allen zu 100% so lief wie erhofft, so sind die Grundlagen doch da um bei den nächsten Läufen wieder guten Mutes anzugreifen.

Bei der Mitgliederversammlung der DUV am Abend konnte Patricia Rolle dann stellvertretend für das ganze Team den Pokal für den Sieg (das dritte Jahr in Folge) in der Ultramarathon-Bundesliga entgegennehmen.