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Experience USA

Rabea Schöneborn berichtet über ihr Auslandssemester in Texas

Foto: Rabea

Foto: Rabea

Rabea im Wettkampf

Juhu, es hat es geklappt! Nach einigen Schwierigkeiten in der Vorbereitung,  habe ich nun endlich die einzigartige Gelegenheit ein Auslandssemester im sonnigen Texas zu absolvieren und Leichtathletik in den USA kennenzulernen.

Seit Mitte Januar bin ich in Texas und studiere an der TAMUCC. Eigentlich bin ich in der Psychologie zu Hause, aber da ich mich für den wirtschaftspsychologischen Bereich interessiere, studiere ich hier ein Semester im Master für Business Administration.

Es gibt einige Dinge die hier anders sind als in Deutschland. Natürlich das Wetter: Überraschung: es ist wärmer hier! Ich scheine genau den richtigen Zeitpunkt gefunden zu haben um mich rechtzeitig vor dem hartnäckigen Winter aus Deutschland verabschiedet zu haben. Die hohen Temperaturen von teilweise über 30°C  bringen allerdings auch mit sich, dass ziemlich früh morgens trainiert wird. Mein Team trifft sich jeden Morgen um 7 Uhr (außer sonntags) zum Training, also dann, wann ich in Deutschland meist zur Uni fahre. Dafür gehe ich hier abends zur Uni, was mir nach kurzer Eingewöhnungsphase gut gefällt, weil ich dadurch mehr Zeit über den Tag gewinne. So kann ich zwischen Training und Uni auch mal ein Stündchen am Meer entspannen kann.

Das Studieren gefällt mir hier sehr gut. Die Kurse sind kleiner als ich es aus Berlin gewöhnt bin und der Unterricht interaktiver. Zudem werden in allen Fächern viele kleinere Hausarbeiten und Test geschrieben statt einer großen Abschlussprüfung.

Oft werde ich von den Texanern gefragt, was denn aber der größte Unterschied zwischen Texas und Deutschland ist und meine Antwort lautet: Everything is bigger in Texas! Wirklich alles: die Trinkflaschen, die Verpackungen im Supermarkt, die Supermärkte selber, die Laufteams (wir sind locker 50 Leute)… Besonders auffallen tut es mir allerdings bei den Distanzen. Eine 9h lange Busfahrt zu einem Wettkampf innerhalb von Texas ist keine Seltenheit und auch der Weg zum nächsten Supermarkt sind fast 10km (und ich wohne in einer Stadt mit 320 Tsd Einwohnern).

Eine besonders schöne Erfahrung ist es, zu erleben, welche Wertschätzung Student-Athletes in den USA entgegengebracht wird. Nicht nur, dass man für gute Leistungen mit reichlich Awards ausgezeichnet wird, sondern vor allem aufgrund  einiger Privilegien, die Kombination von Studium und Leistungssport wesentlich unterstützen: Beispielsweise gibt es Lernräume ausschließlich für Student-Athletes und zusätzlich haben diese Anspruch auf eine gewisse Nachhilfestundenzahl. Außerdem hat man jeden Tag vor und nach dem Training die Möglichkeit ins Athletic-Training-Center zu gehen um ein Eisbad zu nehmen oder sich physiotherapeutisch behandeln zu lassen. Viele meiner Teammitglieder finanzieren sich zudem, wie ich momentan ebenfalls, über ein Sportstipendium ihr Studium.

Wir trainieren je nach Wettkampfdistanz in kleineren Gruppen gemeinsam bis zu zweimal am Tag nach dem Plan vom Headcoach. Zu meiner großen Freude haben wir ebenfalls Zugang zum unieignen Fitnessstudio und Pool, sodass auch Stabi- und Krafteinheiten nicht zu kurz kommen und man Trainingseinheiten bei Bedarf auch im Wasser absolvieren kann.

Ich habe hier sehr häufig Wettkämpfe, momentan sind wir fast jedes Wochenende unterwegs. Nächste Woche werde ich zu einem Wettkampf nach Kalifornien fliegen. Auf diesen Trip freue ich mich schon unheimlich, weil ich zum einen die Chance habe, noch mehr von den USA kennenzulernen und weil dort besonders schnelle Zeiten gelaufen werden sollen. Ich möchte dort eine gute 10km Zeit laufen um mich für die West-Amerikanischen Meisterschaften (Regionals) im Mai zu qualifizieren.

Generell lerne ich  die Amerikaner  als sehr weltoffen, hilfsbereit und interessiert kennen. Mein ganzes Team hat mich sofort warmherzig in die Gruppe aufgenommen. So stand es  beispielsweise außer Frage, dass ich – bis ich mir ein Fahrrad besorgt hatte, ständig zum Training abgeholt oder zum Supermarkt gefahren wurde.

Kurzum: Obwohl der Bewerbungsprozess nicht einfach war, kann ich sagen, dass sich der Aufwand gelohnt hat und ich sehr froh bin für eine Weile amerikanische Luft schnuppern zu können!

I miss y´all!

Rabea