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U23 Europameisterschaften in Tallinn/Estland (9.-12.7.2015)

Erstellt von Jan Keil | |   Info

Staffelbronze für Marc Koch – Jossie Graumann sensationell Hochsprungvierte

 

Das Team an LG NORD Athleten, die den Sprung zur diesjährigen U23-EM der Leichtathleten in die estnische Hauptstadt Tallinn schaffte, war leider etwas kleiner ausgefallen als erhofft. Verletzungen in der Vorbereitung und erhöhte Normanforderungen führten dazu, dass von den fünf Startern bei der U20 Europameisterschaft in Rieti/ITA nur zwei Athleten wiederum den Sprung ins DLV-Team schafften. Dies waren Jossie Graumann (Jg. 94) mit einem Einzelstart im Frauenhochsprung und Marc Koch (Jg. 94), der auf Grund eines durch Zerrung bedingten verspäteten Saisoneinstiegs diesmal nur innerhalb der 4x400m-Staffel antreten durfte. Die Erfolgsbilanz der vier ziemlich verregneten Wettkampftage im Kadriorg-Stadion liest sich dagegen erfolgreicher als noch vor zwei Jahren. Damals standen am Ende ein 8. Platz durch Stephan Hartmann im Weitsprung und ein fünfter Platz für Marc Koch in der 4x400m Staffel in 3:06,40min auf der Habenseite. Jossie Graumann scheiterte damals mit 1,75m bereits in der Qualifikation und konnte das Finale nicht erreichen.
In Tallinn dagegen machte Jossie ihre Sache mit mittlerweile deutlich gestiegenem Sprungpotential von Anfang an sehr gut. Insgesamt 26 Athleten, davon 8 mit einer Meldeleistung von 1,90 bis 2m kämpften um die 12 Finalplätze. Nach einem flüchtigen Fehlversuch bei ihrer Einstiegshöhe von 1,70m überquerte sie alle weiteren Höhen bis 1,82m mit blitzsauberen Sprüngen im ersten Versuch und konnte dann am Freitagvormittag (10.7.) bereits wieder ihre Koffer für das Finale am Sonntag packen, da die Konkurrenz solche Probleme bekam, dass die geforderte Direktqualifikationshöhe von 1,86m gar nicht mehr aufgelegt wurde. Von ihren DLV-Mannschaftskolleginnen qualifizierte sich ohne Fehlversuch ebenfalls Imke Onnen von der LG Hannover, während Alexandra Plaza von der LT DSHS Köln auf Grund von Rückenproblemen mit 1,79m leider in der Qualifikation hängen blieb. In Rieti 2013 waren die gleichen drei Springerinnen für Deutschland am Start, konnten sich damals aber alle drei nicht für das Finale qualifizieren. Im sonntäglichen Hochsprungfinale ging Jossie von Beginn an sehr fokussiert zu Werke und sprang einschließlich der Höhe von 1,84m alles im ersten Versuch. Da war die haushohe Favoritin, die amtierende Hallenweltmeisterin und Halleneuropameisterin Maria Kuchina aus Russland, trotz einer Bestleistung von 2,01m mit nur übersprungenen 1,71m als 12. bereits vollkommen überraschend ausgeschieden.  Da zwei weitere 1,90m-Springerinnen die Qualifikation nicht überstanden hatten, ergaben sich für Jossie, die mit ihrer Saisonbestleistung von 1,86m auf Rang 11 der europäischen Bestenliste lag, plötzlich ungeahnte Möglichkeiten. Als sie gemeinsam mit der italienischen Titelverteidigerin Alessia Trost, der Ukrainerin Iryna Herashchenko und der belgischen Siebenkämpferin Nafissatou Thiam die 1,87m anging, lag sie gemeinsam mit den anderen in Führung. Im ersten Versuch über die neue Bestleistungshöhe scheiterte Jossie leider denkbar knapp. Da Trost und Thiam die Höhe im ersten Versuch meisterten, waren Gold und Silber außer Reichweite. Herashchenko scheiterte dagegen bei 1,87m ebenfalls im ersten Versuch. Auch im zweiten Versuch rissen wieder beide die Latte. Damit lagen Jossie und Herashchenko immer noch unverändert gemeinsam auf dem Bronzerang. Erst als die Ukrainerin im dritten Versuch die Höhe überflog, entriss sie Jossie im letzten Moment die Medaille und sicherte sich den Bronzerang für sich alleine. Für Jossie ist die Holzmedaillen allerdings ein großartiger Erfolg, verbesserte sie sich doch gegenüber der Meldeleistung um 7 Ränge nach vorne.

Lange auf seinen Einsatz warten musste dagegen Viertelmeiler Marc Koch. Ein Einzelstart kam für ihn auf Grund des verspäteten Saisoneinstiegs leider nicht mehr in Frage, so dass mögliche Vorläufe und Halbfinals im Einzel entfielen. Das war aber kein Nachteil. Da sich Marc auf dem Hinflug leider eine leichte Erkältung zugezogen hatte, wäre er die ersten beiden Tage der EM nicht einsatzfähig gewesen. Das Ärzteteam des DLV leistete hier ganze Arbeit. Zum Glück fielen dann auch noch die Vorläufe in der Staffel am Samstag aus, da nur sieben Mannschaften gemeldet hatten. Es fehlten die starken Briten, die sich auf Grund ihrer parallel ausgerichteten Einzelmeisterschaften zu Hause für die WM in Peking im August empfehlen wollten und deswegen auf die U23 EM verzichteten. Im Finale am Sonntag beschlossen die 4x400m der Jungen traditionell die Meisterschaft, die für den DLV mit insgesamt 16 Medaillen, davon 7 Titeln, überaus erfolgreich verliefen. Sowohl im Medaillenspiegel als auch in der Nationenwertung konnte der DLV vor Frankreich und Russland (Medaillen) und Russland und Polen (Platzierungen 1-8) jeweils den ersten Platz belegen. Mit dazu beitragen konnte die 4x400m in der Besetzung Jakob Krempin (Hamburg), Alexander Gladitz (Hannover), Torben Junker (Dortmund) und Marc Koch. Mit komfortablem Vorsprung vor den Tschechen, aber deutlich hinter den Franzosen und Polen übernahm Marc an Position drei liegend als Schlussläufer den Stab für das DLV-Team und lief die Bronzemedaille in fliegenden 45,8s trotz Erkältung ganz sicher nach Hause. Den Abstand hatte er dank der Stadionleinwand immer im Blick, die Medaille war nie in Gefahr. Es ist sein erster internationaler Medaillenerfolg, der eine für die LG NORD Berlin sehr erfolgreiche EM abrundete.

Jossie strahlt nach dem Wettkampf, copyright: Iris Hensel
Marc freut sich

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