Ulli Merkert verstorben

Erstellt von Thilo Brill | |   LG NORD

„Hi! Du kennst mich nicht, ich bin Ulli.“ Ich hatte gerade ein 2000m-Hindernisrennen hinter mir und wollte zum Auslaufen gehen, als Ulli im Spätsommer 2013 auf mich zu kam. Ich hätte niemals gedacht, dass sich daraus nicht nur eine Freundschaft, sondern noch so viele großartige Momente entwickeln würden.

Als Ulli schließlich 2016 mit seinen Athleten der LG Nord beitrat, begann eine fantastische Zeit. Wir durften Deutsche Meistertitel feiern und mit Lennart Mesecke und Alex Bley durfte Ulli schließlich auch internationale Einsätze begleiten und Titel gewinnen. Dazu kommen etliche Landes- und Norddeutsche Titel.

Ich könnte hier noch etliche Erfolge aufzählen, aber es wäre, glaube ich, nicht in Ullis Interesse gewesen. Natürlich war er stolz auf die Leistungen seiner Athleten und Athletinnen, doch er war ebenso darauf fokussiert uns als Person weiterzubringen. Er freute sich ebenso mit uns über Erfolge im Leben abseits des Sports und hatte ein offenes Ohr, falls uns etwas bedrückte. Mir werden die vielen längeren (in Südtirol) und kürzeren (irgendwo in Niedersachsen) Trainingslager immer in Erinnerung bleiben. Auch wegen der Einheiten (70 Minuten Dauerlauf vor dem Frühstück war mein Endgegner), aber vielmehr wegen der Zeit außerhalb des Trainings. Wegen Ullis Geschichten, die die alten Hasen schon mitsprechen konnten, wegen Gesprächen und Blödeleien durch die ich lachend auf dem Boden lag und wegen Ullis „Ich bin froh, dass ich das mit euch erleben darf!“, was wir täglich hörten.

Ulli war unkonventionell. Nicht nur als Mensch, auch als Trainer. Oft sah ich nach der Erklärung für eine Übung oder ein Programm Lennart kurz fragend an, in der Hoffnung, dass er es verstanden hatte oder die Übung bereits kannte. Ullis Aufwärmprogramme, Laufzirkel und Koordinationsübungen waren berüchtigt und immer eine Herausforderung. Und als Mensch war er ohnehin unkonventionell im besten Sinne. Immer ein bisschen verrückt, immer herzlich und immer das Leben genießend. Von Motorrad-Rocker bis zum entspannten Wanderer war Ulli alles. Unangepasst, ohne zu provozieren. Nun ist Ulli am 20.07.2025 plötzlich verstorben. Er starb im Krankenhaus im Beisein seiner Frau Birgit nach einem plötzlichen Herzstillstand, welchen er während einer Wanderung erlitt. Wir trauern mit Birgit um ihn und sind noch immer fassungslos.

Ulli, ich bin froh, dass ich das mit Dir erleben durfte.

Auf Bitte von Birgit erscheint dieser Nachruf erst nach Veröffentlichung der Traueranzeige.

 

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