Die Norddeutschen Meisterschaften der Männer und Frauen wurden in diesem Jahr wieder gemeinsam mit denen der U18-Jugendlichen durchgeführt. Austragungsort war das Stadion in Obervieland im Süden der Hansestadt Bremen. Insgesamt Errangen die Sportlerinnen und Sportler der LG NORD 10 Titel, die U18-Athleten Konstantin Tchernyi und Carolin Graf davon jeweils zwei.
Samstag
Den Anfang machten am Samstag unsere Langhürdler. Dabei überzeugte besonders Linus Strasser bei der U18 mit einer erneuten Verbesserung auf tolle 56,88s, die für ihn Silber bedeuteten. Bei den Frauen konnte Lena Seifert mit gelaufenen 62,06s (Bronze) eine weitere Medaille ihrer Sammlung zufügen. Simon Iwanowski belegte über diese Strecke bei den Männern mit 58,43s Platz 5. Im Speerwurf der U18 konnte sich Joshua Schäfer mit 41,53m fürs Finale qualifizieren und wurde hier 8.
Im Weitsprung der Frauen gab es dann den ersten Titel für die Rothemden. 13m-Dreispringerin Michelle Manke versuchte sich auch in dieser Disziplin wieder mit Erfolg: Mit 5,93m im letzten Versuch verpasste sie zwar knapp ihre Bestleistung, konnte damit jedoch ihre Konkurrentin Charlotte Waldkirch (Eintracht Hannover) noch um 1 Zentimeter überbieten und Gold gewinnen. Grace Monono belegte hier mit 5,39m Platz 6.
Ein weiteres Highlight für die NORD waren dann die 100m-Sprints. Konstantin Tchernyi, der sich in dieser Saison bereits deutlich gesteigert hatte, qualifizierte sich zunächst als Sieger des 3. Vorlaufs mit locker gelaufenen 11,02s. Nachdem er dann im Zwischenlauf mit 10,70s den U18-LG-Rekord pulverisierte, konnte er sich im Endlauf dann nochmals auf fantastische 10,69s steigern, die für ihn die Goldmedaille erbrachten. Auch Titus Lehmann konnte in diesem Wettbewerb überzeugen: Nach 11,43s im Vorlauf steigerte er sich auf tolle 11,33s im Zwischenlauf, die dann jedoch nicht fürs Finale reichten. Florian Abel lief im Vorlauf 11,91s. In den Endlauf schaffte es auch Yuna Bauer bei der weiblichen Jugend: Nach 12,65s im Vorlauf steigerte sie sich auf 12,45s im Zwischenlauf und belegte schließlich im Endlauf mit starken 12,41s Platz 5. Bei den Männern erreichten Fabian Jessa und Julian Iwanowski den Zwischenlauf, wobei Fabian mit 11,14s erneut eine tolle Bestzeit in seiner noch jungen Karriere lief. Im Zwischenlauf schieden beide mit 11,26s (Julian) bzw. 11,23s aus. Luca Radunz erzielte im Vorlauf 11,92s.
Für unsere ambitionierten Hammerwerfer verliefen die Meisterschaften etwas enttäuschend, wenngleich Marek Sachse bei den Männern die Nase vorn hatte und Gold gewann. Mit seinen erzielten 54,90m lag er allerdings noch deutlich hinter seinen Ergebnissen vom Winter. Bei den Frauen waren mit Flora Rustemeyer, Yasmin Amasheh und Esther Imariagbee gleich drei 60m-Werferinnen der LG am Start. Der Sieg ging aber schließlich an Lara Hundertmark (Einbecker SV), der einzigen Nicht-Berlinerin im Wettbewerb. Nur Flora übertraf diesmal mit 60,24m die spektakuläre 60m-Grenze und gewann Silber. Dahinter platzierten sich Yasmin (59,07m) und Esther (57,45m). Auch Layla Amasheh dürfte mit ihrem Ergebnis beim Wettbewerb der weiblichen U18 nicht so ganz zufrieden gewesen sein. Immerhin durfte sie sich mit der Weite von 47,48m über Bronze freuen. Im Speerwurf der Männer konnte auch Reimondé Schörling nicht ganz seine Erwartungen erfüllen. Mit 54,04m wurde er 4. unter vier Teilnehmern. Im Dreisprung der männlichen U18 gingen Thatshiso Frederking-Smith und erneut Linus Strasser an den Start. Während „Thatsh“ Probleme mit dem Anlauf hatte und sich als 7. mit 11,91m zufrieden geben musste, kam Linus mit 12,81m (+2,5m/s) seiner Bestleistung nahe und gewann Bronze.
Über 800m der Frauen trat US-Rückkehrerin Alison Graf an. Nach 2:08,38min kam sie mit deutlichem Vorsprung als Siegerin ins Ziel und ließ der Konkurrenz keine Chance. Ähnlich souverän fiel der Sieg ihrer Schwester Carolin im gleichen Wettbewerb der weiblichen Jugend aus. Nach 2:15,43min kam sie mit 1,3 Sekunden Vorsprung als Erste ins Ziel. Julia Fröhlich wurde hier 9. in 2:23,86min und Antonia Eschenbrenner 11. in 2:27,94min, beide mit neuer PB. Bei der männlichen U18 durfte Jascha Heisterkamp als einziger NORDler im stärkeren 2. Lauf starten. Hier erreichte er gute 1:57,75min und wurde damit 4. im Gesamtklassement. Seine Trainingskollegen Theodor Kubsch und Franz Spathelf hielten sich im ersten Lauf tapfer und erzielten mit 2:02,84min bzw. 2:04,08min jeweils neue PB. Den Abschluss des Tages bildeten dann die Sprintstaffeln. Dabei konnte sich das Team der männlichen U18 (Florian Abel-Konstantin Tchernyi-Titus Lehmann-Linus Strasser) in 43,71s den Vizemeistertitel sichern. Das Männerteam (Joseph Mouaha-Julian Iwanowski-Jannik Worina-Leon Haller) konnte sich auf starke 42,04s verbessern und wurde 3.
Sonntag
Der neue Tag begann mit der Diskuskonkurrenz der männlichen U18. Hier erzielte Tim Niklas Fricke nach anfänglichen Problemen im 5. Versuch 42,54m und sicherte sich damit Silber. Florian Abel erreichte 39,68m und wurde 4. Beim parallel durchgeführten Hochsprung der Männer musste sich Amdi Gaye diesmal mit genau 2,00m zufrieden geben, die er im dritten Versuch meisterte und ihm die Bronzemedaille erbrachte. Über die Kurzhürden traten zwei NORDler an. Bei der weiblichen U18 qualifizierte sich Selma Langebartels über 100m Hürden mit 14,84s für das Finale, wo sie mit guten 14,72s Rang 6 belegte. Auch Simon Iwanowski konnte sich über 110m Hürden fürs Finale qualifizieren. Hier lief er mit 15,52s PB.
Ein erster Höhepunkt des Tages bahnte sich mit dem Dreisprungwettbewerb der Frauen an. Hier waren mit Caroline Joyeux, Sarah-Michelle Kudla und Grace Monono gleich drei Athletinnen von Erfolgstrainer Byron Casfor am Start. Caro steigerte sich kontinuierlich von Sprung zu Sprung und landete schließlich im 5. Versuch bei der Siegesweite von 14,22m, womit sie ihre Bestleistung eingestellt hätte, wenn nicht Wind zu stark unterstützt hätte. Auch die von Sarah-Michelle erzielten 13,55m auf Platz 2 wurden von zu viel Wind begleitet, können sich aber gleichfalls sehen lassen. Grace belegte mit 12,49m Platz 7.
Für einen weiteren Höhepunkt des Tages sorgte erneut Konstantin Tchernyi, diesmal über die 200m. Schon im Vorlauf war er Schnellster aller Teilnehmer und verbesserte sich gleich um fast 7 Zehntel auf tolle 22,17s, wobei ein gerade noch bestenlistenreifer Wind von +2,0m/s herrschte. Im Endlauf holte er dann souverän Gold mit einer weiteren großartigen Steigerung auf 21,90s! In den 200m-Vorläufen der Männer gingen drei NORDler an den Start: Während Joseph Mouaha (21,81s) und Julian Iwanowski (22,36s) sich für den B-Endlauf qualifizieren konnten, war für Jannik Worina bei 22,86s Endstation. Im Finale konnte sich Joseph dann auf starke 21,87s steigern, während Julian 22,51s erreichte.
Dass die LG NORD nunmehr auch Wurf kann, unterstrich Florian Abel bei seinem Sieg im Kugelstoßen der U18. Nachdem die ersten Stöße nicht so recht gelangen, beförderte er das 5kg-Gerät im 5. Versuch auf die Siegesweite von 15,22m. Lea Marie Vondey war beim Diskuswerfen der U18 vorn mit dabei. Mit 35,47m im 1. Versuch blieb sie jedoch etwas unter ihren Erwartung und wurde undankbare Vierte in diesem Wettbewerb. Auch im Hochsprung der Frauen dominierten unsere Athletinnen den Wettbewerb. Zur Freude von Trainer Jan-Gerrit Keil gab es hier einen souveränen Titelgewinn durch Ella Obeta, die 1,80m übersprang. Blessing Enatoh errang hier mit 1,73m Platz 2 und Laila Kegel wurde Vierte mit übersprungenen 1,65m.
Die abschließenden Läufe über 400m und 1500m standen ganz im Zeichen der Graf-Schwestern. Zunächst trat Alison über 1500m bei den Frauen an und lieferte – wie am Vortag - erneut ein starkes Rennen. Auch wenn es hier nicht für einen Sieg reichte erlief sie mit starken 4:29,01min neue PB. Carolin versuchte sich dagegen auf der 400m-Strecke, wo sie souverän in 57,20s siegte. Über 1500m starteten außerdem bei der männlichen U18 Theodor Kubsch, der in 4:25,30min Platz 6 erreichte sowie Franz Spathelf (4:32,22min) und Jakob Lankes (4:41,43min). Bei der weiblichen U18 kamen Julia Fröhlich (5:07,07min) als 5. und Antonia Eschenbrenner (5:07,98min) als 6. ins Ziel. Über 400m der Männer zeigte sich Leon Haller über 400m erneut in guter Form und gewann mit 47,97s die Bronzemedaille. Tom Luca Gwizdek und Luca Radunz liefen hier 52,29s bzw. 53,05s. Emelie Wolff erreichte auf der gleichen Strecke bei den Frauen 60,32s. Jascha Heisterkamp lief die 400m bei der U18 in 51,82s, womit er sich den 5. Platz sicherte.